Mosquito - das Original

8.2.2020
Durch viel Glück bin ich heute an einen flugbereiten originalen Graupner Mosquito-Segler gelangt. Er ist mit dem Antrieb mit Getriebe und der Fernwelle ausgestattet, hat eine neue Klapp-Luftschraube in der originalen Form und ist auch ansonsten in gutem Zustand. Ok, hier und da muss ich etwas putzen.
Der einzige feststellbare Umbau ist die Umrüstung auf einen LiPo-fähigen Fahrtregler.
Zum Losfliegen fehlen eigentlich nur noch die Tragflächen-Gummiringe und ein Empfänger.

12.2.2020
In den letzten Tagen hab ich mal die beiden Verbindungsstifte für die Tragflächen entrostet und und alle Oberflächen des Seglers ordentlich sauber gemacht.
Dann testete ich Servos, Regler und Motor. Zum Glück nahm ich die Luftschraube vor dem ersten Anschluß des Akkus ab. Der Servoweg war nicht passend zum Regler eingestellt, weswegen der Motor sofort loslief. War ein Denkfehler meinerseits. Ich hatte angenommen, MPX (Sender 3030) und MPX (Regler) passten zusammen.. Zudem waren alle Gummis des Ruckdämpfers in der Propellernabe gerissen. Da brauche ich noch Ersatz.

3.5.2020
Endlich ist mal wieder etwas Zeit für den Mosquito.

Zuerst montiere ich die Servos ordentlich. Zwei Schrauben je Servo werden beim Mosquito wohl ausreichen, aber vier sind vorgesehen. Und der Optik wegen sollen es auch acht gleiche Schrauben sein.
Dann ersetze ich die O-Ringe im Ruckdämpfer der Luftschraube. Von der passenden Größe 12x3 mm habe ich noch ein paar in einer Sortimentskiste vorrätig.

Als nächstes kommt der Regler an die Reihe. Die Lüsterklemme als Verbindung zum Motor wird schon halten, da kaum Vibrationen zu befürchten sind. Aber das ist keine rechte Modellbauer-Lösung. Außerdem kann man durch den matten Schrumpfschlauch kaum erkennen, was eigentlich darunter steckt.
Da der Motor jetzt sowieso schon draußen ist, nehme ich mir zwischendurch noch das Getriebe vor. Da hat es jemand mal gut gemeint und ordentlich Öl hinein gegeben. Leider verteilt sich dieses, sobald es warm wird, überall. Also säubere ich das gesamte Getriebe sowie den Motor. Dann gibts je einen kleinen Tropfen Öl in das Motor- und das Getriebelager und ein bisschen Fett auf die Zahnräder. Dann gehts an die Elektrik.
Nach dem Entfernen des Schrumpfschlauchs löte ich die alten Leitungen von Platine und Motor und ersetze sie durch zwei passende Stücke flexible Litze. Dann kommt klarer Schrumpfschlauch um den Regler. Das Ergebnis gefällt mir deutlich besser als vorher.

Der Motor kommt wieder an seinen Platz, der Regler passt direkt dahinter. Ein kleiner Empfänger findet vor den Servos seinen Platz. Jetzt ist alles schön aufgeräumt.

Daß am Reglerausgang die Kabel schwarz und rot vertauscht sind, hat einen ganz simplen Grund: Am Motor sind sie richtig herum angelötet. Da dem aber ein einstufiges Getriebe vorgeschaltet ist, läuft der Propeller andersherum. Also müssen sie am Regler "verkehrt" herum angebracht sein, dann passt alles wieder. Ganz einfach .

5.5.2020
Ich habe die Servoarme passend zum Sender mittig montiert und die Züge auf neutrale Ruderstellung eingestellt. Die Kabinenhaube habe ich gesäubert und den Verschluß des Batteriefachdeckels funktionsfähig gemacht. Die Befestigungsgummies für die Tragflächen sind inzwischen auch hier angekommen.
Also mache ich mich ans Einstellen des Schwerpunkts. Das geht am sinnvollsten über die Platzierung des Akkus. Dazu fülle ich das Batteriefach von hinten her mit Styrodur auf.
Wegen der Urlaubsvorbereitung kann ich das leider nicht fertig machen und verschiebe den Rest.

31.5.2020
So, jetzt gehts weiter. Ich habe den Empfänger gegen den R700 aus dem EasyGliider getauscht, der besseren Reichweite wegen. Die Servoeinstellung stimmt fast, ich muss bei beiden Servos nur den Weg auf 90% reduzieren, damit die Gestänge nicht in den Anschlag laufen. Da weder in den Bauplänen noch in der Anleitung Angaben zu den Ruderausschlägen zu finden sind, lasse ich sie mechanisch auf Maximum und programmiere, zuschaltbar, 60 % Dual-Rate auf Höhe und Seite.
Bei der Gelegenheit messe ich auch gleich den Gesamtstrom aus dem Akku: bei Vollgas liegt der Stromverbrauch bei knapp unter 14 A.

1.6.2020
Der Akku hat jetzt Klettband-Befestigung, ebenso der Empfänger.
Der Schwerpunkt ist an der richtigen Stelle, 73 mm hinter der Nasenleiste.

Und einen schönen Ort zum Aufbewahren habe ich auch gefunden. Allerdings ist der Mosquito hier gut getarnt !

9.7.2020
Da sich die gute Tarnung auch gegen den hellen Sommerhimmel bewährt, entschließe ich mich, etwas dagegen zu tun.
Frage: was sieht man am besten gegen hellen Himmel? Antwort: Schwarz!
Oracover in Schwarz habe ich noch fast eine ganze Rolle liegen, also bietet sich diese an.
Die alte weiße Folie ritze ich mit einer Rasierklinge an Nasen- und Endleiste ein und ziehe sie zügig, aber vorsichtig ab. Die Reste der Farbschicht lasse einfach dran, darauf klebt die neue Folie auch.
Nachdem ich mir bei Oracover Infos zur Folienverarbeitung und auf einer Haushaltsseite Hilfe zur Einstellung meines Bügeleisens geholt habe, funktioniert das Aufbügeln ziemlich gut. Die mangelde Routine macht sich schon noch bemerkbar. Es gibt am Ende doch ein paar Falten, die aber verschmerzbar sind.

11.7.2020
Der Vogel hängt wieder an seinem Platz, nachdem der erste Testflug leider wegen Landwirtschaft ausfallen musste.
Wie erwartet, ist die Tarnung zum Teufel !

© Uwe Jantzen 23.05.22